Laurent Garnier
07.11.2026, 23:16 von Redaktion
Wer Laurent Garnier verstehen will, muss nach Manchester schauen. Der 1966 in Boulogne-Billancourt bei Paris geborene Franzose arbeitete zunächst in der Hotelbranche, landete in England und erlebte dort die Acid-House-Explosion der späten Achtziger. Die Haçienda wurde seine Schule, an den dortigen Decks legte er unter dem Spitznamen DJ Pedro auf. Aus dieser Erfahrung speiste sich alles, was später kam.
Zurück in Frankreich wurde er zum Motor der Pariser Clubkultur. Im Rex Club veranstaltete er in den frühen Neunzigern die Partyreihe Wake Up, und 1992 sorgte ein von ihm mitgetragener Rave an der Pariser Défense für Aufsehen, bei dem rund 4.000 Leute tanzten. Gemeinsam mit Éric Morand gründete er das Label F Communications, das französische Elektronik international hörbar machte.
Auf Platte zeigte Garnier, dass ein DJ mehr kann als Mixen. Sein Debütalbum Shot in the Dark erschien Mitte der Neunziger (Quellen nennen 1994 und 1995), das Album 30 folgte 1997 und brachte ihm 1998 den französischen Musikpreis Victoire de la musique ein. Im selben Jahr spielte er als erster DJ überhaupt ein Konzert im Pariser Olympia. Mit Crispy Bacon (1997) und später The Man with the Red Face landete er Clubklassiker, die in kaum einem Set der Zeit fehlten. Das Album Unreasonable Behaviour erschien 2000.
Auch hierzulande wurde er gelesen: Seine Autobiografie, in Frankreich als Électrochoc erschienen, kam auf Deutsch als Elektroschock beim Hannibal Verlag heraus.
Für die Szene von 1990 bis 2010 steht Garnier für Haltung und Neugier: Ein Resident, der nie im Genre erstarrte, ein Label-Macher und ein Live-Musiker, der den Club und die Konzertbühne gleichermaßen ernst nahm.
Quellen: https://en.wikipedia.org/wiki/Laurent_Garnier; https://de.wikipedia.org/wiki/Laurent_Garnier; https://fr.wikipedia.org/wiki/Laurent_Garnier
IchWillTechno.de, gedruckt am 08.11.2026, 15:40