Marusha
07.11.2026, 23:16 von Redaktion
Marusha, mit vollem Namen Marusha Aphrodite Gleiß, wurde 1966 in Nürnberg geboren. Ihr Vater ist Deutscher, ihre Mutter Griechin. Schon 1989 eröffnete sie dort mit dem One einen der ersten Technoclubs der Stadt. Über einen Kontakt zu William Röttger kam sie in den Dunstkreis des Labels Low Spirit und zog später nach Berlin.
Hier begann ihre Radiokarriere. Anfang der Neunziger startete sie beim Ostberliner Jugendsender DT64 die Sendung "Dancehall", eine der ersten Technoshows im deutschen Radio; die Quellen nennen 1990 oder 1991. Nach dem Ende von DT64 lief das Format als "Rave Satellite" erst auf Rockradio B, dann auf Fritz. Fast siebzehn Jahre lang war sie samstags auf Sendung, bis die Show im August 2007 eingestellt wurde. Dazu moderierte sie von 1993 bis 1996 das Jugendmagazin "Feuerreiter" im Fernsehen.
Als Produzentin hatte sie 1994 ihren großen Moment mit einer Rave-Version von "Somewhere over the Rainbow", die auf Platz 3 der deutschen Charts kam. Das Debütalbum "Raveland" erreichte Platz 4, das Album "Wir" folgte 1995 mit den Singles "Deep", "Unique" und "Secret". Auffällig waren ihre grün gefärbten Augenbrauen als Markenzeichen. Scooter nannten sie 1994 in "Hyper Hyper" in der Reihe bekannter DJs.
Als sich Techno in den späten Neunzigern wandelte, fielen die Erfolge kleiner aus, doch sie blieb aktiv: Nach dem Auslaufen ihres Vertrags mit Low Spirit gründete sie 2002 ihr Label Ping Pong Productions und brachte danach das Album "Offbeat" (2004) heraus. 2011 feierte sie bei der 20-Jahr-Feier der Mayday in Dortmund mit. Für die Szene steht Marusha dafür, dass Techno in Deutschland im Radio, im Fernsehen und in den Charts gleichzeitig ankam, getragen von einer Frau am Mikrofon und am Plattenteller.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Marusha; https://en.wikipedia.org/wiki/Marusha; https://www.marusha.de; https://en.wikipedia.org/wiki/Fabian_Lenz
IchWillTechno.de, gedruckt am 08.11.2026, 15:40