Westbam

07.11.2026, 23:16 von Redaktion

Hinter dem Namen Westbam steckt Maximilian Lenz, Jahrgang 1965, aufgewachsen bei Münster. Der Künstlername ist eine Verbeugung vor Afrika Bambaataa: Westfalia Bambaataa. Seine Wurzeln liegen nicht im Club, sondern im Punk. Ab 1978 spielte er in Münster in Bands, 1981 trat er beim Berliner Festival Genialer Dilletanten auf. Als DJ begann er 1983 im Münsteraner Odeon und zog 1984 nach West-Berlin.

Schon 1984 beschrieb er in seinem Text "Was ist Record-Art?" den DJ als jemanden, der mit Platten eigene Stücke komponiert. Das war Jahre vor der Techno-Welle ein ziemlich selbstbewusster Gedanke. Zusammen mit seinem Bruder Fabian, William Röttger, Klaus Jankuhn und Sandra Molzahn gründete er das Label Low Spirit, das später auch Marusha und andere Acts der deutschen Rave-Szene herausbrachte. 1988 schickte ihn das Goethe-Institut als Resident-DJ eines Kunstprojekts zu den Olympischen Spielen nach Seoul.

Die Szene kennt ihn vor allem als Mann hinter der Mayday. Die erste Ausgabe fand 1991 in Berlin statt und sollte helfen, den Ostberliner Jugendsender DT64 zu retten; der Sender wurde trotzdem eingestellt, die Party aber lebte weiter. Mit Klaus Jankuhn nahm er als Members of Mayday die Hymnen der Veranstaltung auf, zuletzt bis 2013, und er schrieb auch Hymnen für die Loveparade. Die englische Wikipedia nennt ihn den einzigen DJ, der von 1989 bis 2008 auf jeder Loveparade auflegte.

Neben der Musik schrieb er: 1997 erschien "Mixes, Cuts & Scratches" zusammen mit Rainald Goetz, 2015 folgte die Autobiografie "Die Macht der Nacht". Das Dreifachalbum "A Love Story 89-10" (2010) blickte auf zwei Jahrzehnte Rave zurück. Für die Szene war Westbam damit gleichzeitig Produzent, Veranstalter, Theoretiker und Aushängeschild des deutschen Techno der Neunziger.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Westbam; https://en.wikipedia.org/wiki/WestBam; https://en.wikipedia.org/wiki/Fabian_Lenz

IchWillTechno.de, gedruckt am 08.11.2026, 15:50