Sven Väth

07.11.2026, 23:16 von Redaktion

Wer über Techno in Deutschland spricht, kommt an Sven Väth nicht vorbei. Geboren 1964 in Offenbach am Main, wuchs er im Frankfurter Umland auf und legte zuerst im Lokal seiner Eltern auf. Bald folgten Frankfurter Diskotheken wie das Dorian Gray am Flughafen und das Vogue. Dort mischte er noch Disco, Soul und Funk, lange bevor von Techno die Rede war.

Der erste große Auftritt außerhalb der Clubs kam Mitte der Achtziger mit dem Projekt OFF, das er gemeinsam mit Michael Münzing und Luca Anzilotti betrieb. Die Single "Electrica Salsa" lief 1986 europaweit in den Charts. Väth war da gerade Anfang zwanzig und plötzlich Popstar, kehrte aber an die Plattenteller zurück.

1988 übernahm er mit Münzing und Matthias Martinsohn das Vogue und baute es zum Omen um. Der Laden in der Frankfurter Innenstadt wurde zum Wohnzimmer des deutschen Techno: Als im Sommer 1990 die erste Welle über das Land rollte, trafen sich im Omen die Leute, die den neuen Sound trugen. Am 18. Oktober 1998 schloss der Club nach zehn Jahren mit einer Abschiedsparty. Parallel baute Väth Labels auf: Eye Q Records entstand Anfang der Neunziger, bald folgten Harthouse und Recycle or Die. Die Soloalben "Accident in Paradise" (1992) und "The Harlequin, the Robot and the Ballet Dancer" (1994) machten ihn auch als Produzent bekannt. Zum Gründungsjahr von Eye Q nennen die Quellen 1991 oder 1992, und beide Labels gingen Ende der Neunziger in die Insolvenz.

Danach erfand er sich neu: Mit Cocoon schuf er Mitte der Neunziger zunächst eine Partyreihe, die Quellen nennen dafür 1996 oder 1997. Ab 1999 liefen die Cocoon-Nächte montags im Amnesia auf Ibiza, dazu kamen Plattenlabel und Bookingagentur. Am 18. Juli 2004 eröffnete in Frankfurt-Fechenheim der Cocoon Club, der in Leserumfragen der Szenepresse zum besten Technoclub gewählt wurde. Seine Compilation-Reihe "The Sound of the Season" begleitet die Ibiza-Sommer seit 2000.

Für die Szene steht Väth für den Brückenschlag zwischen Underground und großer Bühne. Die Leser der Zeitschrift Groove wählten ihn immer wieder zum besten deutschen DJ, und die Stadt Frankfurt zeichnete ihn 2015 mit der Goetheplakette aus.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Sven_V%C3%A4th; https://en.wikipedia.org/wiki/Sven_V%C3%A4th; https://www.uni-marburg.de/de/fb09/musikwissenschaft/hessisches-musikarchiv/musik-in-hessen/themen/popularmusik/elektronische-musik/sven-vaeth; https://www.cocoon.net/sven-biography; https://groove.de/2019/10/11/sven-vaeth-i-suggested-omen-as-a-possible-name-of-the-club-part-2/

IchWillTechno.de, gedruckt am 08.11.2026, 15:50